Wie Lasergravur auf Metall funktioniert
Beim Lasergravieren wird ein hochenergetischer Laserstrahl auf die Metalloberfläche fokussiert. Je nach Lasertyp, Wellenlänge und Parametereinstellung geschieht dabei eines von drei Dingen:
- Abtragen: Material wird verdampft oder ablatiert – es entsteht eine Vertiefung (klassische Gravur)
- Anlaufen / Farbveränderung: Durch gezielte Oxidation verändert sich die Farbe der Oberfläche ohne Materialabtrag
- Aufrauen: Die Oberfläche wird mikrorau – optischer Kontrast durch Lichtstreuung
Welches Verfahren zum Einsatz kommt, hängt vom Material, dem Lasertyp und dem gewünschten Ergebnis ab. Für industrielle Kennzeichnungen werden meist Faserlaser (Yb:fiber) oder CO₂-Laser eingesetzt.
Edelstahl: Das universellste Material für Lasergravur
Edelstahl ist das am häufigsten gravierte Metall in der Industrie – und das aus gutem Grund. Die Materialeigenschaften machen Edelstahl zum idealen Kandidaten für dauerhafte Laserkennzeichnung:
Edelstahl – Eigenschaften für Lasergravur
- ✓ Sehr gute Absorbtion von Faserlaser-Wellenlängen (1064nm)
- ✓ Anlauffarben durch gezielte Oxidation möglich (schwarz, gold, blau)
- ✓ Gravur bleibt auch bei Säure- oder Laugeneinwirkung lesbar
- ✓ Kein Nachbehandlungsbedarf
- ✓ Geeignet für Medizintechnik, Lebensmittelindustrie, Chemie
Bei Edelstahl sind je nach Anforderung zwei Varianten der Lasergravur verbreitet: Die klassische tiefe Gravur (sichtbare Vertiefung) und das sogenannte Laser-Anlauffarben-Verfahren, bei dem durch gezielte Temperaturführung permanente Farben ohne Abtrag erzeugt werden.
Typische Anwendungen: Typenschilder, Medizinische Instrumente, Lebensmitteltechnik-Bauteile, Messwerkzeuge, CE-Kennzeichnungen.
Aluminium: Schnell graviert, aber anspruchsvoller
Aluminium ist leicht, korrosionsbeständig und in vielen Industriezweigen allgegenwärtig. Bei der Lasergravur zeigt Aluminium jedoch einige Besonderheiten:
Aluminium – Eigenschaften für Lasergravur
- ⚠ Hohe Reflektivität – erfordert speziell angepasste Laserparameter
- ✓ Eloxiertes Aluminium: hervorragender Kontrast (dunkle Gravur auf hellem Grund)
- ✓ Rohaluminium: guter Kontrast möglich, aber weniger kontrastreich als eloxiert
- ✓ Geringeres Gewicht als Stahl – ideal für Luft- und Raumfahrt
- ⚠ Bei dünnen Blechen: Verformungsgefahr durch Wärmeeintrag
Eloxiertes Aluminium ist besonders gut geeignet: Die Eloxalschicht wird durch den Laser ablatiert und gibt das darunter liegende Aluminium frei – das erzeugt einen starken Hell-Dunkel-Kontrast ohne jede Farbgebung.
Typische Anwendungen: Flugzeugteile, Gehäuse, Elektronikkomponenten, Typenschilder für Maschinen, Schalttafeln.
Titan: Präzision für Extremanwendungen
Titan kombiniert hohe Festigkeit mit extrem geringem Gewicht und exzellenter Biokompatibilität. In der Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt und im Hochleistungsmaschinenbau ist Titan unverzichtbar.
Titan – Eigenschaften für Lasergravur
- ✓ Hervorragende Lasergravierbarkeit mit Faserlaser
- ✓ Einzigartige Anlauffarben (gold, blau, grün, violett) durch Oxidation
- ✓ Biokompatibel – Gravur bleibt für Medizinprodukte zulässig
- ✓ Sehr harte Oberfläche nach Gravur
- ⚠ Teures Material – Parameteroptimierung besonders wichtig
Typische Anwendungen: Implantate und Instrumente in der Medizintechnik, Luft- und Raumfahrtkomponenten, Hochleistungswerkzeuge, Luxusprodukte.
Stahl und gehärteter Stahl: Der Werkzeugklassiker
Werkzeugstahl – ob gehärtet oder nicht – ist das Material schlechthin für industrielle Werkzeuge. Lasergravur auf Stahl stellt besondere Anforderungen:
Stahl – Eigenschaften für Lasergravur
- ✓ Gut gravierbar mit Faserlaser
- ⚠ Gehärteter Stahl: Wärmeeintrag darf die Härtezone nicht beeinflussen
- ✓ Dunkle, gut lesbare Gravuren möglich
- ⚠ Oberfläche kann nach Gravur rosten – ggf. Korrosionsschutz nötig
- ✓ Hartmetall (Wolframcarbid): spezielle Parameter, aber gravierbar
Bei gehärtetem Werkzeugstahl ist die Parameteroptimierung entscheidend: Zu viel Wärmeeintrag kann die Härtezone anlassen und die Härte des Werkzeugs reduzieren. Bei LASERPIX stellen wir sicher, dass die Gravur-Parameter für das jeweilige Material optimiert werden.
Materialvergleich auf einen Blick
| Material | Gravierbarkeit | Kontrast | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Edelstahl | ★★★★★ | Sehr gut | Anlauffarben möglich |
| Aluminium (eloxiert) | ★★★★★ | Exzellent | Hell-Dunkel-Kontrast |
| Aluminium (roh) | ★★★★☆ | Gut | Reflektivität beachten |
| Titan | ★★★★★ | Sehr gut | Farbenvielfalt |
| Stahl | ★★★★☆ | Gut | Rostschutz nötig |
| Hartmetall | ★★★☆☆ | Mittel | Spezialparameter |
Häufige Fragen zur Materialgravur
Kann man auch beschichtetes Metall gravieren?
Ja – pulverbeschichtete oder lackierte Metalle lassen sich gravieren. Der Laser entfernt dabei die Beschichtung und legt das Grundmaterial frei. Das Ergebnis hängt stark von der Schichtdicke und dem Grundmaterial ab.
Ist Lasergravur auf Kupfer oder Messing möglich?
Kupfer ist aufgrund seiner extrem hohen Reflektivität für Infrarot-Faserlaser problematisch. Messing funktioniert besser, aber nicht so zuverlässig wie Stahl oder Aluminium. Grüne Laser (532nm) ermöglichen bessere Ergebnisse auf Kupfer.
Wie tief ist eine Lasergravur in der Regel?
Für Kennzeichnungszwecke typisch 0,05–0,3 mm. Tiefere Gravuren (bis 1mm+) sind möglich, erfordern aber mehr Überfahrten und Zeit. Für Rückverfolgbarkeits-Kennzeichnungen reicht eine geringe Tiefe völlig aus.

